Anspruch auf Arbeitslosengeld – Voraussetzungen

Besteht ein Anspruch auf Arbeitslosengeld? Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten, sondern ist abhängig von der Situation des Arbeitnehmers sowie von der Definition des Begriffs Arbeitslosengeld.

 

In Deutschland wird zwischen dem Begriff Arbeitslosengeld und Arbeitslosengeld II unterschieden.

 

Arbeitslosengeld II erhalten Personen, wenn sie mindestens 15 Jahre alt und erwerbsfähig sind sowie ihren Lebensmittelpunkt in Deutschland haben. Das Arbeitslosengeld II unterscheidet sich vom Arbeitslosengeld in seiner Höhe und Struktur. So ist das Arbeitslosengeld II eine Grundsicherungsleistung und wird nicht von der Arbeitslosenversicherung bezahlt.

 

Das Arbeitslosengeld wiederum ist eine Leistung der Arbeitslosenversicherung, die sich aus einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung heraus ergibt. Arbeitgeber und Arbeitnehmer zahlen im Rahmen eines versicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisses jeweils hälftige Beiträge vom beitragspflichtigen Arbeitsentgelt (2020: 2,4 Prozent). Für einen Anspruch muss der Arbeitnehmer in den letzten 30 Monaten vor seiner Arbeitslosmeldung mindestens zwölf Monate versicherungspflichtig beschäftigt gewesen sein. Zudem muss er aktiv mit der Agentur für Arbeit zusammenarbeiten und arbeitssuchend sein.

 

Arbeitslosengeld und der Anspruch – besondere Fälle

In besonderen Fällen kann der Arbeitnehmer mit einer anderen Begründung Arbeitslosengeld in Anspruch nehmen. Das gilt etwa, wenn der Arbeitnehmer freiwillig in der Arbeitslosenversicherung versichert war oder ein Kind bis zum dritten Lebensjahr erzogen hat. Ein Arbeitslosengeld-Anspruch besteht auch, wenn freiwillig Wehrdienst, Bundes- oder Jugendfreiwilligendienst geleistet oder Krankengeld bezogen wurde.

 

Arbeitnehmer mit vielen befristeten Beschäftigungen profitieren von kürzeren Anwartschaftszeiten.

 

Dafür muss in den letzten zwei Jahren vor der Arbeitslosmeldung und dem Beginn der Arbeitslosigkeit mindestens sechs Monate lang versicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse bestanden haben. Hierbei muss es sich um Beschäftigungsverhältnisse gehandelt haben, die auf nicht mehr als zehn Wochen befristet waren. Zudem darf ein bestimmtes Bruttoarbeitsgeld nicht überstiegen werden.

 

Das Arbeitslosengeld berechnen

Viele Arbeitnehmer möchten die Höhe ihres Arbeitslosengeldes berechnen. Bei einer leicht vereinfachten Formel wird das Gehalt der letzten Monate zugrunde gelegt und durch 365 Tage geteilt. Hiervon wird zur Berechnung ein Pauschalbetrag von 20 Prozent abgezogen, sodass das Netto-Entgelt berechnet wird. 60 Prozent dieses Nettoentgelts erhält der Arbeitnehmer pro Tag. Hat der Arbeitnehmer Ehe-, Lebenspartner oder Kinder, erhöht sich der Beitrag auf 67 Prozent.

 

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