Kündigungsfristen: Was Arbeitgeber beachten müssen

Die Kündigungsfristen eines Arbeitsverhältnisses werden häufig in den Arbeitsverträgen geregelt. Allerdings müssen dabei bestimmte gesetzliche Mindeststandards eingehalten werden. Hier ergeben sich insbesondere für den Arbeitgeber einige Regelungen, die Sie im Lohnbüro kennen sollten.

 

Grundsätzlich kann ein Arbeitsverhältnis sowohl durch den Arbeitnehmer als auch durch den Arbeitgeber mit einer Frist von 4 Wochen (28 Tage) zum 15. oder zum Ende eines Monats gekündigt werden. Allerdings verkürzt sich diese Kündigungsfrist für den Arbeitgeber je länger der Mitarbeiter im Unternehmen tätig ist.

 

Will ein Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis eines Arbeitnehmers beenden, dann hängt die Kündigungsfrist von den nachfolgend aufgeführten gesetzlichen Regelungen, und somit davon ab, wie lange der Arbeitnehmer im Betrieb oder Unternehmen beschäftigt ist:

• bei einem Arbeitsverhältnis von bis zu zwei Jahren, beträgt die Kündigungsfrist einen Monat.
• hat das Arbeitsverhältnis fünf Jahren bestanden muss der Arbeitgeber die Frist von zwei Monaten einhalten.
• wenn das Arbeitsverhältnis acht Jahre bestand, liegt die Kündigungsfrist bereits bei drei Monaten.
• nach zehn Jahren ist die Kündigung mit einer Frist von vier Monaten auszusprechen.
• arbeitet der Arbeitnehmer zwölf Jahre im Betrieb, sind es fünf Monate.
• bei 15 Jahren, liegt die Kündigungsfrist bei sechs Monaten.
• und bei 20 Jahren, kann die Kündigung mit einer Frist von sieben Monaten erfolgen.

 

Alle Kündigungen sind nach dieser Regelung zum Ende eines Kalendermonats auszusprechen.

 

Kündigungsfristen in der Probezeit und bei Teilzeitbeschäftigungen

In § 622 BGB steht, dass Zeiten, die vor der Vollendung des 25. Lebensjahres liegen, nicht mit in die Berechnung der Beschäftigungsdauer einbezogen werden. Diese Regelung ist jedoch gemäß einer EU-Richtlinie (Richtlinie 2000/78/EG vom 27.11.2000) nicht mehr anwendbar. Hierzu gibt es auch schon erste entsprechende Arbeitsgerichtsurteile (BAG, Urteil vom 01. September 2010, 5AZR 700/09).

 

Befindet sich der Arbeitnehmer noch in der Probezeit, die nicht mehr als sechs Monate betragen darf, kann diesem mit einer Frist von zwei Wochen gekündigt werden. Diese muss weder zum 15. noch zum Ende eines Kalendermonats ausgesprochen werden.

 

Arbeitet ein Arbeitnehmer in Teilzeit, muss der Arbeitgeber dieselben Kündigungsfristen einhalten wie bei Vollzeitbeschäftigten. Somit richtet sich die Kündigungsfrist auch hier nach der Dauer des Beschäftigungsverhältnisses.

 

Gibt es einen wichtigen Grund gemäß § 626 BGB, dann kann von beiden Seiten eine außerordentliche Kündigung ausgesprochen werden. In diesem Fall muss die Kündigungsfrist nicht eingehalten werden. Die wichtigen Gründe sind dabei in betriebsbedingt, verhaltensbedingt und personenbedingt eingeteilt und müssen dem Arbeitnehmer auf Verlangen mitgeteilt werden.

 

Sind die Kündigungsfristen durch Tarifverträge geregelt sind diese Fristen bindend.

 

Ebenso sind bei Kündigungen die Sonderregelungen für schwerbehinderte Arbeitnehmer sowie Frauen im Mutterschutz und Eltern in Elternzeit zu beachten.